Warum Kreativität immer wichtiger wird.

Warum Kreativität immer wichtiger wird.

Wenn Menschen große Umbrüche erfahren und die Welt volatil, unsicher, komplex und ambig (VUKA-Welt) wird, dann greifen die meisten auf Erfahrungen zurück. Aber Vergangenheitslernen hilft uns nicht weiter. Entscheidend ist, dass wir nicht nur einige Kreativitätstechniken erlernen, sondern in der Lage sind, uns bewusst für Kreativität zu entscheiden.

Wir müssen unsere Achtsamkeit trainieren und auf den eigentlichen Ort der Kreativität richten: die kreative Situation. Diese ist geprägt von Gedanken, Sinnesgegenständen, Gefühlen, Wahrnehmungen und Bewegungsmustern. Der Punkt ist der, dass wir für gewöhnlich z. B. „Komplexität“ für eine Eigenschaft der Welt um uns herum halten. Das ist aber nur zum Teil richtig. Jeder, der Autofahren kann, weiß noch, wie komplex die ersten Situationen waren. Aber Komplexität ist keine objektive Größe, sondern eine subjektive Größe. Den erfahrenen Autofahrer lässt die gleiche Situation „kalt“, weil er über viele „Superzeichen“ verfügt: eine Situation ist für ihn kein Konglomerat von unzähligen Einzelmerkmalen, sonden eine „Gestalt“. Und wir brauchen mehr kreative Kompetenz, wenn die Welt um uns herum scheinbar oder tatsächlich immer komplexer wird.

 Kurzum: Kreative Menschen sind in der Lage, Komplexität durch Gestaltbildung zu reduzieren. Und kreative Menschen sind willensstark und sprachbewusst, weil Kreativität in ihrem Wesen ein situativer Prozess ist, in dem sich erlebte Bedeutungen verändern.