Gender, Inklusion und politische Sprache

Gender, Inklusion und politische Sprache

Wir beschäftigen uns zurzeit mit  einem  brandaktuellen Thema.  Dabei geht es um die Sprache als konstitutives Element der politischen Bildung.  Immer mehr „politisch korrekte Sprachen“ gefährden heute Verständigung und Demokratie.  Unsere Lösungen zielen konzeptionell auf sprachimmanente Kritik  und die Entwicklung von Sprachbewusstheit und Entscheidungsregeln.

Einblick

Die Demokratie braucht dringend Innovationen. Bislang sind aber die großen Ideen ausgeblieben. Mit altem Denken ist neuen Problemen nicht beizukommen. Das zeigt sich auch daran, dass auf Phänomene wie Populismus und identitätspolitische Diskurse (Rassismus, Gender, Neokolonialismus etc.) mit den altvertrauten Mitteln reagiert wird: eine Kombination von anti-populistischer Rhetorik und Übernahme populistischer Agenden. Manche Medien haben auf die Herausforderung so reagiert, dass sie populistischer als die Populisten selbst geworden sind.

Wir stellen uns deshalb der Herausforderung, einen Ansatz zu entwickeln, der von Sprache als konstitutivem Element der politischen Bildung ausgeht, um aus dieser Perspektive Leitplanken für die tägliche Arbeit an und mit der Sprache zu entwickeln.

Worum geht‘s?

Das Problem stellte sich schnell als ein sehr verwickeltes heraus: Es geht letztlich darum, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie Politik auf öffentliche Diskurse reagieren kann, in denen wissenschaftliche und ideologische Argumente so miteinander vermischt werden, so dass Institutionen und  Mitarbeitenden im Diskurs verloren gehen und unsicher werden, wie sie sich sprachlich verhalten sollen. Unsere Antwort auf die verwickelten Probleme besteht im Kern in der von uns entwickelten Methode der sprachimmanenten Kritik.

Wie geht‘s weiter?

Unser Schwerpunkt liegt auf dem Handlungsfeld der politischen Bildung, daneben aber auch auf der öffentlich-politischen Meinungsbildung und der Willensbildung in Parteien und Institutionen. Unsere Instrumente sind der Transformationsdialog, die sprachsystemimmanente Diskurskritik und agile Formate, die geeignet sind, Experten- und Laienwissen zusammenzuführen, damit verantwortbare und nachhaltige Entscheidungen möglich werden. Als Beispiel sei unser Ansatz genannt, der eine Alternative zu einseitig formbezogener Sprachkritik und Sprachlenkung aus Gender- u. a. Diskursen darstellt. Sprache ist nämlich Trägerstruktur für neue Ideen, die im Dialog möglich werden, wenn Asymmetrien des Wissens, des Wahrnehmens und des Mind Sets aufgehoben werden.

Fazit

Wenn um neue Sehweisen und neue damit verbundene Begriffe gerungen wird, hat Sprache in der Wechselwirkung mit Denken die Kraft zur Veränderung des politischen Bewusstseins – aber nicht durch Vorschriften von Schreib- und Sprechformen, sondern durch innovative geistige Inhalte. Die Lösung liegt in der Stärkung dialogischer Formate in gemeinsamen Dialogen und im Kompetenzaufbau für gelingende Debatten in Trainings.

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Think

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Say

der Vorstand, die Innung, das Kollektiv

Act

Behandle Frauen und Männer mit Respekt.

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